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Börje Salming
- Die Legende

Welch Anmaßung. Der Traum, als europäischer Crack in der NHL zum Star und Vorbild für talentierte Nachwuchsler zu wachsen, und dies sogar auf einem Verteidigerposten, wurde noch in den frühen 70er Jahren mit reichlich Spott und Häme quittiert. „Man verhöhnte mich als ‚Sweden Chicken‘. Ich bekam Morddrohungen und hörte die schlimmsten Worte, die es gibt“, erinnert sich Börje Salming an seine Anfänge in der nordamerikanischen Profiliga. Ein Vierteljahrhundert später ist der mittlerweile 63-Jährige nicht nur in seinem Heimatland Schweden eine lebende Legende. Auch bei den Toronto Maple Leafs, für welche er 16 Saisons in Folge die Schlittschuhe schnürte, gilt er als unsterbliche Ikone. Als erstes schwedisches Mitglied der „Hockey Hall of Fame“ wird Börje zudem als Wegbereiter für alle Forsbergs, Jagrs und Ovechkins dieser Welt geschätzt.

Hoch im Norden

Geboren wird der filigrane Verteidiger samischer Herkunft am 17. April 1951 in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens. „Es gab nicht viel Geld“, erklärt Salming. „Wir hatten kein Auto oder ähnliches und zu Weihnachten bekam ich die alte Eishockey-Ausrüstung meines Bruders. Aber wir haben die Zeit genossen.“ Stig Salming ist vier Jahre älter als Börje und dessen wichtigste Bezugsperson. „Er brachte mir vieles nicht mit Worten, sondern mit Taten bei.“ Zusammen eilen beide nach jedem Schultag direkt zur Matojarvis-Eisfläche.

Hinterm großen Teich

Börjes Leidenschaft für Eishockey mündet in grenzenlosem Enthusiasmus, der ihn nach und nach durch alle Altersstufen bis an die Spitze trägt. Bereits in jungen Jahren zieren den Ausnahmekönner Qualitäten, die ihn kurze Zeit darauf hinter dem Atlantik zum All-Star machen werden - brillante Technik, herausragende Ausdauer und ein präziser und scharfer Distanzschuss. 1970 zieht der damals 19-Jährige Richtung Süden in die Nähe von Stockholm. Zusammen mit seinem Bruder treten sie für Brynas an und werden 1971 und 1972 schwedischer Meister. „Ich hätte mir nie erträumt gegen sie zu spielen“, erinnert sich Börje an seine darauf folgende Begegnung mit Größen wie Bobby Orr, Phil Esposito oder Stan Mikita. Beim Auftritt im Dres der schwedischen Nationalmannschaft gegen die damaligen Stars aus Kanada stellt er fest, dass „das Einzige worin sie überlegen schienen, das Checken, Prügeln und Schlagen war.“

Drei Monate später sichtet Gerry McNamara, General Manager der Toronto Maple Leafs, während eines Weihnachtsturniers eigentlich talentierte Torhüter. Statt dessen reist er mit Inge Hammarstrom und Börje Salming zurück. „Ich versprach mir, nicht beeindruckt zu sein“, erinnert sich Börje an seine erste Überseereise. „Die Wolkenkratzer huschten an uns vorbei und die Gentlemen waren mehr als freundlich. Die Maple Leafs bemühten sich mit aller Kraft, uns für sich zu gewinnen.“ Börje genießt seine erste Erfahrung mit Nordamerika. „Binnen dreier Tage besuchten wir die Niagara Fälle, ein Roy Orbison und ein Chubby Checker Konzert, aßen in feinen Restaurants, gingen Shoppen und tourten durch die City.“ Im Mai 1973 unterschreiben beide Spieler beim kanadischen Klub ihren "Contract".

Der Weg zum Allstar

„Wir nahmen beide unter Vertrag damit sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten konnten“ erklärt McNamara. „Erst danach merkten wir, wie besonders Salming wirklich war.“ Die NHL war zu jener Zeit alles andere als „europäerfreundlich“. Diese galten als zu verspielt und untauglich für hartes und pragmatisches Eishockey, dass die kanadischen und amerikanischen Teams damals pflegten. „In dieser Liga versuchen sie dich früh zu entmutigen“, das war Börje von Beginn an klar. „Wenn du dich wehrst, lassen sie dich eventuell in Ruhe dein Spiel spielen.“

Mit beachtlichen 39 Scorerpunkten schließt der schwedische Rookie seine erste Saison ab und wird als Torontos wertvollster Spieler geehrt. „Anfangs hielt ich mich zurück und spielte unüblich defensiv, aber nach dem ersten Jahr versuchte ich auch vorne mitzumischen“, erinnert sich Salming. 1974/1975 legt er mit 12 Toren gleich 5 Treffer hinzu und wird ins zweite All-Star-Team der NHL gewählt. 1975/1976 sind es 57 Punkte inklusive 16 Tore. 1976/1977 verbucht der mittlerweile etablierte Abwehrrecke ein Satz von 78 Punkten und landet im ersten All-Star-Team der prestigeträchtigsten Liga der Welt. „Einen Spieler wie Börje entdeckt man einmal im Leben“, ist McNamara heute bewusst. „Hier hatten wir einen Spieler, den man in einem Zug mit Bobby Orr, Brad Park und Larry Robinson nennen darf, wenn man über die großen Abwehrspieler des modernen Eishockey spricht.“ Als führender "Blueliner" der NHL führt er die Maple Leafs zusammen mit Kapitän Darryl Sittler durch gute aber auch durch schlechte Zeiten.

Unzerbrechlich

Während Toronto in den späten 70ern noch als Stanley-Cup-Kandidat antritt, lassen Fehlentscheidungen des Managements und interne Querelen die Mannschaft straucheln. 1979/1980 wechseln sich drei Trainer im Team ab und auch Kapitän Sittler sowie Börjes Freunde Pat Boutette und Lanny McDonald verabschiedeten sich aus der Metropole am Ontariosee. Während neue Spieler, neue Trainer und neue Funktionäre kommen und gehen, liefert der schwedische Legionär weiterhin jede Saison Spitzenleistungen. 1982 wird er mit der "Charlie Conacher Memorial Trophy" für außerordentliche humanitäre und öffentliche Dienste geehrt. „Börje würde ich nicht einmal für Gott eintauschen“, erklärt Harold Ballard, Besitzer der Maple Leafs. Doch auch der Star selbst hat mit Rückschlägen zu kämpfen. Einer gerissenen Kniescheibe, folgen Artikel über seinen überschwänglichen Lebensstil sowie ein Unfall, der sogar die kühnsten Gemüter einknicken lässt. Bei einem Zusammenprall mit Detroits Gerard Gallant zerschneidet dessen Schlittschuh-Klinge Börjes linke Gesichtshälfte. Die Wunde muss mit 250 Stichen genäht werden.

No nonsense

Nach 16 Jahren im blau-weißen Dres, im Sommer 1989 wechselt Börje noch für ein Jahr zu den Detroit Red Wings, bevor er nach Schweden zurückkehrt und bei AIK Stockholm seine Karriere ausklingen lässt. Nach einem abschließenden Auftritt für die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1992 in Albertville verabschiedet sich der 41-jährige Veteran dann definitiv in den Ruhestand. Mit 150 Toren und 637 Vorlagen aus 1.148 Ligaspielen gehört Börje zu den erfolgreichsten Abwehrspielern aller Zeiten in der NHL. Auch 1.344 Strafminuten stehen zu Buche. 1996 wird die Ikone jedes schwedischen Nachwuchsspielers als erst zweiter Europäer (nach dem sowjetischen Torhüter Vladislav Tretiak) in die „Hockey Hall of Fame“ aufgenommen. Nach seiner Sportlerkarriere widmet sich Börje nun diversen Busi- ness-Unternehmungen. Insbesondere die Mitbegründung von Salming Sports stellt Börjes wichtigstes Projekt dar. Auf den internationalen Erfolg ist er dementsprechend stolz. Börje weiß, dass ihn die Szene so einfach nicht los wird: „I still here them whisper. It‘s nice.“